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Weltkulturerbe, Widerstand und Multiterritorialität : Künstlerische Praktiken marginalisierter Gruppen in Salvador (Brasilien) und Cartagena (Kolumbien)

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Gruber, Valerie V. V.:
Weltkulturerbe, Widerstand und Multiterritorialität : Künstlerische Praktiken marginalisierter Gruppen in Salvador (Brasilien) und Cartagena (Kolumbien).
2019
Event: Deutscher Kongress für Geographie 2019 : Umbrüche und Aufbrüche – Geographie(n) der Zukunft , 25. - 30. September 2019 , Kiel, Germany.
(Conference item: Conference , Speech )

Abstract in another language

Salvador da Bahia (Brasilien) und Cartagena de Indias (Kolumbien) weisen angesichts ihrer kolonialgeschichtlichen Funktion als Zentren des transatlantischen Sklavenhandels nicht nur einen hohen Anteil an afrodeszendenter Bevölkerung auf, sondern bis heute auch einen hohen Grad an sozialer und ‚rassischer‘ Ungleichheit sowie sozialräumlicher Segregation. Dennoch genießen deren historische Stadtzentren internationale Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe und sind durch eine Vielzahl an künstlerisch-kreativen Ausdrucksformen unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppierungen geprägt.
Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, inwieweit marginalisierte Bevölkerungsgruppen durch ihre künstlerischen Praktiken die sichtbaren und unsichtbaren Barrieren der Exklusion und Diskriminierung durchbrechen sowie sozialräumliche Transformationsprozesse innerhalb und außerhalb ihrer Nachbarschaften anregen können. Hierzu wurden über den ethnographischen Zugang der „Dichten Teilnahme“ (Spittler 2001), die verschiedene Beobachtungs- und Dialogformen kombiniert, qualitative Daten erhoben. Auf dieser Basis werden im Vortrag anhand ausgewählter Beispiele aus beiden Städten kreative und widerständige Strategien und Taktiken marginalisierter Gruppen vorgestellt, durch die sie sich innerhalb der neoliberalen, touristifizierten und gentrifizierten Stadtzentren, aus denen sie kontinuierlich verdrängt werden, immer wieder neue Möglichkeitsräume schaffen. Obwohl sie aufgrund der politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Strukturen in der Regel „an einen Ort gekettet“ (Bourdieu 1991: 30) zu sein scheinen, der ihnen in Raum und Gesellschaft zugewiesen wird, ermöglicht ihnen der Bereich der Kunst und Kultur bestimmte Formen der „Multiterritorialität“ (Haesbaert 2013) – nicht nur im Sinne einer symbolischen Aneignung unterschiedlicher Territorialitäten, sondern mitunter auch durch das physische Vordringen in privilegierte Räume sowie die sozialräumliche Transformation marginalisierter Nachbarschaften mittels partizipativer Stadtentwicklung. Letzteres wird insbesondere durch das Beispiel des Stadtviertels Candeal in Salvador veranschaulicht.
Insgesamt zielt der Vortrag darauf ab, anhand von empirischen Erkenntnissen und Konzepten aus dem Globalen Süden kritische Debatten über die sozialräumlichen Transformationspotenziale künstlerischer und kultureller Praktiken von marginalisierten Gruppen anzuregen und zugleich die Grenzen dieser kreativen Möglichkeitsräume aufzuzeigen.

Further data

Item Type: Conference item (Speech)
Refereed: Yes
Keywords: Multiterritorialität; künstlerische Praktiken; marginalisierte Nachbarschaften; sozialräumliche Transformation
Institutions of the University: Faculties > Faculty of Biology, Chemistry and Earth Sciences > Department of Earth Sciences > Chair Social and Population Geography
Faculties > Faculty of Biology, Chemistry and Earth Sciences > Department of Earth Sciences > Chair Social and Population Geography > Chair Social and Population Geography - Univ.-Prof. Dr. Eberhard Rothfuß
Result of work at the UBT: Yes
DDC Subjects: 900 History and geography > 910 Geography, travel
Date Deposited: 23 Oct 2019 06:56
Last Modified: 23 Oct 2019 06:56
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/52822