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Measurable Effects of Denominations on Narrative Patterns : The German Case of Diversity in Narrating Histories

Titelangaben

Benz, Stefan:
Measurable Effects of Denominations on Narrative Patterns : The German Case of Diversity in Narrating Histories.
Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
In: Historical Social Research. Bd. 42 (Juni 2017) Heft 2 . - S. 170-196.
ISSN 0172-6404

Abstract

There is a view, which I have used as the premise for this paper, that historical thinking is evident within the narratives of societies as historically existing entities. These narrations can be gathered empirically and analyzed for underlying structures. A more common research approach, however, is to assume a priori that these structures exist and then to look at value judgments from which they can be inferred. In this way, various quantitative studies have been carried out that polled the opinions of European, and in particular German and Turkish, youths and young adults. These have shown that amongst Germans there is ostensibly a strong desire for change, from which one can infer an underlying narrative pattern of history as progress. Indirect questioning hints at a lacking link with tradition among young Germans and even more so in some other Western European cultures, mainly those with a distinctly Protestant imprint. In this paper I will establish a link between first, these opinion polls, second, the results of psephology since the 1950s and third, additional supporting historical evidence in order to argue that there is a structural difference between the narratives of German Protestants and Catholics, with Catholics showing a stronger tendency towards tradition.

Abstract in weiterer Sprache

In den 1990er Jahren fanden in der europäischen Geschichtsdidaktik weitreichende, aber bislang wenig rezipierte Untersuchungen zum europäischen Geschichtsbewusstsein statt (Bodo von Borries). Zu deren interessanteren Ergebnissen gehörte die Feststellung eines Zusammenhangs zwischen Motivation für Geschichte beziehungsweise „traditionalem Geschichtsdenken“ und Religiosität. Dabei zeigten sich länderspezifische Unterschiede, die auf eine mögliche konfessionelle Interpretation hindeuten. Diese empirischen Erhebungen müssen zunächst rekapituliert werden. Völlig unabhängig davon fanden in der Soziologie kleinere empirische Studien (Haci-Halil Uslucan) statt, die die geschichtsdidaktischen Ergebnisse interpretieren helfen.
Dass sich Konfessionen politisch unterschiedlich verhalten (haben), ist in der Wahlforschung ein Gemeinplatz, wenn auch die Ergebnisse im Einzelnen immer noch für Aufregung sorgen können. Ich werde nachfragen, ob Religionen - in Deutschland historisch Konfessionen - in den Artikulationen ihres Geschichtsbewusstseins sichtbar (nach Jörn Rüsen: Geschichtskultur) tendenziell unterschiedlich denken, ob damit eine unsichtbare Grenze (Etienne François), das das historische Denken scheidet, vorstellbar wäre. Mir geht es also um Mentalitätsunterschiede, die, in mehreren Generationen eingeübt, auch dann fortdauern, wenn die Konfession ihre den Menschen auf eine Norm hin richtende positive Bedeutung längst verloren hat.
Diese mentalen Unterschiede, so die Vermutung, äußern sich in unbewussten Konstruktionsmustern historischen Denkens, die geschichtstheoretisch beschrieben werden können und dem historischen Narrativ vorausgehen. Außen vor bleibt die Selbstverständlichkeit, dass unterschiedliche Gruppen je nach Standpunkt unterschiedliche Geschichten bevorzugen oder formulieren, wenn auch der Blick auf die Geschichtskultur allgemein Hinweise auf bevorzugte Denkformen gibt. Dabei wird die Frage nach dem Verhältnis zu Tradition und Wandel, nach der Sinngebung und dem Wert der Reform im Mittelpunkt des Erklärungsversuchs stehen. Etwaige Ergebnisse betreffen nicht nur das Selbstverständnis bikonfessioneller Gemeinschaften, sondern auch den interkulturellen Dialog.

Weitere Angaben

Publikationsform: Artikel in einer Zeitschrift
Begutachteter Beitrag: Ja
Institutionen der Universität: Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Didaktik der Geschichte > Didaktik der Geschichte - Akad. Direktor PD Dr. Stefan Benz
Profilfelder
Profilfelder > Emerging Fields
Profilfelder > Emerging Fields > Kulturbegegnungen und Transkulturelle Prozesse
Fakultäten
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät
Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Didaktik der Geschichte
Titel an der UBT entstanden: Ja
Themengebiete aus DDC: 900 Geschichte und Geografie
900 Geschichte und Geografie > 900 Geschichte
Eingestellt am: 20 Jun 2017 07:32
Letzte Änderung: 29 Jun 2017 07:42
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/38117