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Nachhaltige Raumentwicklung zwischen grünem Wachstum und Postwachstum : Erkundungen am Beispiel der deutschen Energiewende

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Boß, Daniela ; Norck, Sebastian:
Nachhaltige Raumentwicklung zwischen grünem Wachstum und Postwachstum : Erkundungen am Beispiel der deutschen Energiewende.
2019
Event: ARL-Jahreskongress 2019: "Postwachstum und Transformation. Planen – Steuern – Wirtschaften" , 27.-28. Juni 2019 , Kassel.
(Conference item: Conference , Speech )

Official URL: Volltext

Abstract in another language

Nachhaltigkeit ist als oberste Leitvorstellung der Raumentwicklung im Raumordnungsgesetz verankert und wird als eine Entwicklung verstanden, „die die sozialen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Raum mit seinen ökologischen Funktionen in Einklang bringt“ (§ 1 ROG). Unklar bleibt hier, in welchem Verhältnis die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft – zueinanderstehen. Während es Positionen gibt, die der ökologischen Dimension Priorität einräumen, werden auch Ansichten vertreten, welche die drei Dimensionen als gleichwertig betrachten.
In der aktuellen Diskussion des Verhältnisses von grünem und Postwachstum hat diese Kontroverse erneut Konjunktur. Der Vortrag setzt sich am Beispiel der deutschen Energiewende mit der Frage auseinander, was unter nachhaltiger Raumentwicklung aus der Perspektive von Green Growth und Postwachstum verstanden werden kann. Dabei steht im Fokus, inwiefern das in der politischen Debatte vorherrschende Verständnis der Energiewende als Ausbau erneuerbarer Energien dem Wachstumsparadigma verhaftet bleibt und wie die jüngsten Diskussionen um den Wandel hin zu einer Postwachstumsökonomie eine ergänzende Perspektive für eine nachhaltige Energiewende bringen können.
Der Energiewende kommt als Strategie für den Klimaschutz eine wichtige Rolle für eine nachhaltige Raumentwicklung zu. Neben ökologischen Entlastungseffekten werden mit der Energiewende insbesondere wirtschaftliche Potenziale (z.B. Steigerung der regionalen Wertschöpfung, Schaffung neuer Arbeitsplätze) verbunden. Die Energiewende soll damit im Sine eines grünen Wachstums zum Ausgleich zwischen ökologischen und ökonomischen Belangen beitragen. Zielkonflikte, auch innerhalb der einzelnen Dimensionen der Nachhaltigkeit (z.B. sog. Green-Green-Conflicts) werden oft ausgeblendet.
Der Energiewende-Diskurs fokussiert den Wandel der Energieerzeugung und blendet dadurch Voraussetzungen und Auswirkungen von Veränderungen des Energieverbrauchs weitgehend aus. Zwar nennt das Raumordnungsgesetz die Schaffung der „räumlichen Voraussetzungen für den Ausbau der erneuerbaren Energien [und] für eine sparsame Energienutzung“ (§ 2 Abs. 2 Nr. 6) als gleichwertige Optionen. Thematisiert wird aber kaum, in welchem Umfang ein Ausbau regenerativer Energieerzeugung angesichts veränderter Energieverbrauchsmuster notwendig ist.
Konzepte von Postwachstum mit ihrer Betonung suffizienter Lebensstile rücken die Energienutzung im Sinne eines freiwillig reduzierten Energieverbrauchs stärker in den Fokus. Für die Raum- und Planungswissenschaften stellt sich deshalb die Frage, wie die Leitvorstellung einer nachhaltigen Raumentwicklung im Kontext der Energiewende – verstanden nicht allein als Energieerzeugungswende, sondern auch als Energieverbrauchswende – angepasst werden muss. Dieser Frage wird der Vortrag nachgehen.

Further data

Item Type: Conference item (Speech)
Refereed: No
Keywords: Nachhaltigkeit; Raumentwicklung; Green Growth; Postwachstum; Energiewende
Institutions of the University: Faculties > Faculty of Biology, Chemistry and Earth Sciences > Department of Earth Sciences
Faculties > Faculty of Biology, Chemistry and Earth Sciences > Department of Earth Sciences > Professorship Urban and Regional Development
Result of work at the UBT: Yes
DDC Subjects: 900 History and geography
900 History and geography > 910 Geography, travel
Date Deposited: 18 Sep 2019 08:22
Last Modified: 18 Sep 2019 08:22
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/52261