Titelangaben
Hülle, Anna Theresa ; Rothfuß, Eberhard ; Dörfler, Thomas:
Partizipative Stadtentwicklung und Lebenswelt : Eine unzeitgemäße Betrachtung von Planung und Bürgerbeteiligung am Beispiel des Leipziger Südens.
In: Raumforschung und Raumordnung.
(16 August 2026)
.
- S. 1-15.
ISSN 0034-0111
DOI: https://doi.org/10.14512/rur.3996
Abstract
Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern stellt einen seit längerer Zeit etablierten Bestandteil von Stadtplanung und Stadtentwicklung dar und ist unter anderem in Programmen wie der Städtebauförderung verankert. Gleichzeitig bleibt in der Praxis die Teilnahme an Beteiligungsverfahren häufig auf einen begrenzten Teil der städtischen Gesellschaft beschränkt. Dominierende Erklärungsansätze verweisen primär auf strukturelle und sozioökonomische Einflussfaktoren auf die Beteiligungsbereitschaft. Der vorliegende Beitrag nimmt demgegenüber eine andere Position ein, die aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive (fehlende) Beteiligung als ein Problem der Lebenswelt nach Alfred Schütz analysiert, und an die sie konstituierenden Relevanzstrukturen anschließt. Beteiligung und Nicht-Beteiligung werden demnach als lebensweltlich situierte Praktiken verstanden, die durch subjektive Wahrnehmungen, biographische Erfahrungen und Sinnzuschreibungen strukturiert sind. Basis des Beitrags sind empirische Ergebnisse aus narrativen Interviews mit Bewohnerinnen und Bewohnern der zwei Leipziger Viertel „Zentrum Süd“ und „Südvorstadt“, die mithilfe der „dokumentarischen Methode“ ausgewertet wurden. Aufgrund der Erkenntnisse wird im Beitrag für eine kritische Reflexion des vorherrschenden Planungs- und Beteiligungsparadigmas und seiner (Selbst-)Legitimation vor dem Hintergrund lebensweltlicher Logiken, Fragen und Paradoxien plädiert. Er nimmt somit eine „unzeitgemäße“ Perspektive ein, die derzeitige Überzeugungen herausfordert.
Abstract in weiterer Sprache
Citizen participation is a central element of contemporary urban planning and is an integral part of programs such as urban development funding. Yet in practice, participation in these processes is often limited to a small percentage of urban society. Dominant explanatory approaches primarily refer to structural and socioeconomic factors influencing the willingness to participate. In contrast, this paper takes a social science’s perspective on participation that builds on Alfred Schütz’s theory of the lifeworld and its constituting structures of relevance. According to this sociological theory, participation and non-participation are understood as practices situated in the lifeworld, structured by subjective perceptions, biographical experiences, and meaning. This paper is based on empirical results from narrative interviews with residents of two neighbourhoods in Leipzig, Germany (“Zentrum Süd“and “Südvorstadt“), which were analysed by using the „documentary method“. Based on these findings, the paper calls for a critical reflection on the prevailing planning and participation paradigm and its (self-)legitimisation against the backdrop of logics, ambivalences, and questions of everyday life. It thus adopts an “untimely“ perspective challenges current convictions.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Artikel in einer Zeitschrift |
|---|---|
| Begutachteter Beitrag: | Ja |
| Keywords: | Alfred Schütz; Lifeworld Participation; Planning practice; Citizen participation; Documentary method; Leipzig |
| Institutionen der Universität: | Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften > Fachgruppe Geowissenschaften > Lehrstuhl Sozial- und Bevölkerungsgeographie > Lehrstuhl Sozial- und Bevölkerungsgeographie - Univ.-Prof. Dr. Eberhard Rothfuß |
| Titel an der UBT entstanden: | Ja |
| Themengebiete aus DDC: | 900 Geschichte und Geografie > 910 Geografie, Reisen |
| Eingestellt am: | 31 Aug 2026 05:36 |
| Letzte Änderung: | 31 Aug 2026 05:36 |
| URI: | https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/99326 |

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