Titelangaben
Sannikov, Ilia:
Governance of the Russian Premier League : Studies on Management and Fan Perspectives.
Bayreuth
,
2026
. - 78 S.
(
Dissertation,
2026
, Universität Bayreuth, Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Abstract
The governance of professional football has generated increasing global attention as the sport continues to expand internationally and attract substantial investment. As a result, research on football governance and its institutional structures has significantly developed. Still, most existing studies focus on the leading European leagues, namely the Premier League, the Bundesliga, La Liga, Ligue 1, and Serie A. In contrast, smaller leagues remain largely overlooked and are rarely the subject of academic research. Therefore, this dissertation focuses on the Russian Premier League, which for many years has been the sixth-largest football league behind the European ‘Big Five’ in economic terms. It also possesses considerable potential owing to extensive state support for clubs, both through state ownership and regional funding, as well as the infrastructural legacy of the Olympic Games and the 2018 FIFA World Cup.
Over three distinct studies, this dissertation adopts a mixed-methods approach, combining the collection and analysis of qualitative data, obtained through seven expert interviews with senior football executives, and quantitative data from a survey of more than 4,000 football supporters. The studies examine the governance structures of Russian professional football from multiple analytical perspectives. While the analyses are guided by a theoretical model of league governance on the supply side and by supporter perspectives on the demand side, the empirical modelling and data analysis should also be regarded as exploratory in nature, given the lack of existing evidence on Russian football and fan attitudes.
The findings suggest that, in the Russian context, state and market logics coexist within a hybrid model of football governance. However, significant institutional tensions remain. Stable state funding for the majority of clubs reduces incentives for commercial development and financial self-sufficiency. This model also affects the sporting logic of clubs, as performance becomes partially dependent upon externally allocated resources rather than solely upon market efficiency and sporting merit. The research indicates that Russian football has gradually moved towards a more Western approach to governance and commercialization; however, it remains heavily dependent on state support, which constrains its capacity to develop independently and sustainably.
This dissertation provides the first comprehensive analysis of the governance of Russian professional football. It examines governance and ownership structures, supporter perspectives, processes of commercialization, and trust in football institutions within an international comparative context. The three studies address the major questions concerning the governance of Russian professional football and contribute valuable insights to the international academic community.
The findings extend the literature on football governance in Eastern European and post-socialist leagues by identifying their distinctive characteristics within broader socio-cultural, geopolitical, and sport-policy contexts. Furthermore, they contribute to a more comprehensive understanding of football governance worldwide and provide broader insights into the organization and regulation of professional football across different institutional environments.
Abstract in weiterer Sprache
Die Governance des Profifußballs zieht weltweit zunehmende Aufmerksamkeit auf sich, da der Sport international weiterhin an Bedeutung gewinnt und erhebliche Investitionen anzieht. In diesem Zuge hat sich die Forschung zur Governance des Fußballs verstärkt mit seinen institutionellen Strukturen befasst. Dennoch konzentrieren sich die meisten Studien immer noch auf die führenden europäischen Ligen, allem voran die Premier League, die Bundesliga, La Liga, Ligue 1 und die Serie A. Im Gegensatz dazu bleiben kleinere Ligen weitgehend unbeachtet und sind nur selten Gegenstand der Forschung. Daher greift diese Dissertation die Russische Premier Liga als Untersuchungsobjekt auf, die über viele Jahre wirtschaftlich als sechstgrößte Fußballliga hinter den europäischen „Big Five“ positioniert war. Sie weist zudem erhebliches Potenzial auf. So profitiert die Liga von umfangreicher staatlicher Unterstützung der Vereine, ob unter staatlichem Eigenbetrieb oder durch Finanzierung von Gebietskörperschaften. Schließlich nutzen viele Vereine Infrastrukturen, die zu den Olympischen Spielen und der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2018 neu errichtet wurden.
Entlang dreier Studien verfolgt diese Dissertation einen Mixed-Methods-Ansatz und kombiniert die Erhebung und Analyse qualitativer Daten, die durch sieben Experteninterviews mit hochrangigen Führungskräften des Fußballs gewonnen wurden, mit quantitativen Daten aus einer Befragung von mehr als 4.000 Fußballanhängern. Die Studien untersuchen die Governance-Strukturen des russischen Profifußballs aus mehreren analytischen Perspektiven. Während die Analysen auf der Angebotsseite von einem theoretischen Modell der Liga-Governance und auf der Nachfrageseite von den Perspektiven der Anhänger geleitet werden, sind die empirische Modellierung und Datenanalyse aufgrund fehlender Evidenz zum russischen Fußball und zu den Einstellungen der Fans in Teilen als explorativ zu verstehen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass im russischen Kontext staatliche und marktbezogene Logiken im Rahmen eines hybriden Modells der Fußball-Governance koexistieren. Allerdings sind weiterhin erhebliche institutionelle Spannungen festzustellen. Die fortgesetzte staatliche Finanzierung der Mehrheit der Vereine reduziert die Anreize für kommerzielle Entwicklungen und finanzielle Eigenständigkeit. Dieses Modell beeinflusst auch die sportliche Logik der Vereine, da die Leistung im Ligenwettbewerb mehr von extern zugewiesenen Ressourcen abhängt als von Markteffizienz und sportlicher Produktivität. Die Erkenntnisse belegen, dass sich der russische Fußball schrittweise einem stärker westlich geprägten Ansatz der Governance und Kommerzialisierung angenähert hat. Indes bleibt er in hohem Maße von staatlicher Unterstützung abhängig, was seine Fähigkeit einschränkt, sich unabhängig und nachhaltig zu entwickeln.
Die vorliegende Dissertation liefert die erste umfassende Analyse der Governance des russischen Profifußballs. Sie untersucht Governance- und Eigentumsstrukturen, die Perspektiven der Anhänger, Prozesse der Kommerzialisierung sowie das Vertrauen in Fußballinstitutionen in einem international vergleichenden Kontext. Die drei Studien behandeln die zentralen Fragestellungen zur Governance des russischen Profifußballs und leisten wertvolle Beiträge zur internationalen Fußballforschung.
Die Ergebnisse erweitern die Literatur zur Fußball-Governance in osteuropäischen und postsozialistischen Ligen, indem charakteristische Merkmale in sozio-kulturellen, geopolitischen und sportpolitischen Kontexten herausgearbeitet werden. Darüber hinaus tragen die Erkenntnisse zu einem umfassenderen Verständnis der Fußball-Governance weltweit bei und liefern weiterführende Einsichten zur Organisation und Regulierung des Profifußballs in unterschiedlichen institutionellen Umfeldern.
Weitere Angaben
| Publikationsform: | Dissertation |
|---|---|
| Keywords: | Russian Premier League; Football Governance; Ownership; Institutional Logics; Commercialization; Football Supporters |
| Institutionen der Universität: | Fakultäten Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Institut für Sportwissenschaft > Lehrstuhl Sportwissenschaft II - Sport Governance und Eventmanagement Graduierteneinrichtungen Graduierteneinrichtungen > University of Bayreuth Graduate School |
| Titel an der UBT entstanden: | Ja |
| Themengebiete aus DDC: | 300 Sozialwissenschaften > 320 Politikwissenschaft 300 Sozialwissenschaften > 330 Wirtschaft |
| Eingestellt am: | 16 Okt 2026 07:06 |
| Letzte Änderung: | 16 Okt 2026 07:06 |
| URI: | https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/99519 |

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