Titlebar

Bibliografische Daten exportieren
Literatur vom gleichen Autor
plus auf ERef Bayreuth
plus bei Google Scholar

 

Unterstützung der Kommunikation und Zusammenarbeit im Asylprozess mit Hilfe von Blockchain : Eine Machbarkeitsstudie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge

Titelangaben

Fridgen, Gilbert ; Guggenmos, Florian ; Lockl, Jannik ; Rieger, Alexander ; Urbach, Nils:
Unterstützung der Kommunikation und Zusammenarbeit im Asylprozess mit Hilfe von Blockchain : Eine Machbarkeitsstudie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.
Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT
Nürnberg : Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2018 . - 23 S.

Volltext

Link zum Volltext (externe URL): Volltext

Abstract

Digitale Technologien verändern unsere Gesellschaft in vielerlei Hinsicht. Neben signifikanten Produktivitätssteigerungen und neuen Formen der Wertschöpfung bringt der rasche digitale Wandel allerdings auch eine Vielzahl politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen mit sich. Während die Digitalisierung des öffentlichen Sektors in Deutschland noch vor Herausforderungen steht, sind andere Länder schon weiter. So hat zum Beispiel Estland seine Verwaltung bereits weitgehend digitalisiert. Die Bundesregierung möchte Deutschland ebenfalls mit einer gezielten Digitalisierungsstrategie voranbringen und die öffentliche Verwaltung durch den Ein-satz digitaler Technologien stärken. Eine der Fokustechnologien in diesem Kontext ist Blockchain. Blockchain ist eine dezentrale Datenstruktur, in der Daten in kryptographisch miteinander verketteten Blöcken unveränderlich und nachvollziehbar gespeichert werden können. Das wesentliche Konzept der Blockchain-Technologie besteht darin, die zu speichernden Daten durch ein Teilnehmernetzwerk anstatt durch eine zentrale Instanz zu verwalten. Neue Blockchain-Technologien erlauben darüber hinaus, Teile des behördenüber-greifenden Prozessmanagements zu automatisieren.Die Blockchain-Technologie bietet durch ihre Eigenschaften eine gute Möglichkeit der Koordination in föderalen Strukturen, wie es der deutsche Asylprozess erfordert. Neben einer hauptverantwortlichen Stelle, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, sind weiere Behörden sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene am Asylprozess beteiligt. So sind zum Beispiel Erstauf-nahmeeinrichtungen und Ausländerbehörden den jeweiligen Bundesländern unterstellt, beziehungsweise Teil der Kommunalverwaltung. Daraus resultieren eine Vielzahl an Prozessvarianten, heterogene IT-Infrastrukturen und ein unvollständiger digitaler Informations-austausch. Mit dem Ausländerzentralregister (AZR) existiert bereits eine behör-denübergreifende Datenquelle. Das AZR enthält eine Vielzahl an Daten, die gemäß geltendem Recht (insbesondere AZRG) von den berechtigten Behörden erfasst und gespeichert werden dürfen. Ergänzend besteht der Bedarf für eine IT-basierte Unterstützung der behördenübergreifenden Kommunikation und Zusammenarbeit. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat nun evaluiert, inwiefern Blockchain zur Bewältigung dieser Herausforderungen beitragen und sowohl die Etablierung digitaler Identitäten im Asylkontext als auch die behördenübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit fördern kann. Als wesentlicher Referenzpunkt dient dabei ein Proof-of-Concept-Projekt, das das Bundesamt in der ersten Hälfte des Jah-res 2018 durchgeführt hat. Das Projekt begann mit der Auswahl des Anwen-dungsfalls ("vereinfachter Asylprozess") und einer Vorevaluation der Eignung der Blockchain-Technologie. Nach einer positiven Vorevaluation wurde ein geeignetes System durch ein gemischtes Team des Bundesamtes, der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT und einem Technologiepartner entwickelt. Im Anschluss wurde das Projekt gemäß einem Blockchain-spezifischen Evaluationsframework bewertet. Hierbei lag der Fokus neben technischen und fachlichen Aspekten insbesondere auf datenschutzrechtlichen Fragestellungen. Das Proof-of-Concept-Projekt hat gezeigt, dass der Einsatz der Blockchain-Technologie die behördenübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit im Asylprozess unterstützen könnte. Außerdem könnte Blockchain einen wichtigen Grundstein für die Etablierung digitaler Identitäten legen und den Prozessverlauf einer asylsuchenden Person anhand einer solchen Identität nachvollziehbar machen. Zwar konnten im entwickelten Proof-of-Concept noch nicht alle geltenden Datenschutzregelungen vollumfänglich umgesetzt werden. Die im Rahmen des Projektes gewonnenen Erkenntnisse bilden jedoch eine vielversprechende Grundlage für die Entwicklung einer datenschutzkonformen Blockchain-basierten Lösung für den Asylprozess. Zudem könnte das entwickelte Konzept aufgrund der berücksichtigten föderalen Struktur auch über die Grenzen Deutschlands hinaus skaliert werden. Ein Blockchain-basiertes, transnationales Management von Asyl-prozessen könnte so ein gemeinsames Projekt der europäischen Mitgliedstaaten zur Stärkung der Zusammenarbeit unter Wahrung föderaler Strukturen werden. Damit könnte die Blockchain-Technologie der Anfang eines digitalen Föderalismus in Europa (auch im Asylbereich) sein.

Weitere Angaben

Publikationsform: Projektbericht, Forschungsbericht, Gutachten
Keywords: Blockchain; Datenschutz; Öffentliche Verwaltung; Asyl; Flüchtlingskrise
Institutionen der Universität: Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Betriebswirtschaftslehre
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Betriebswirtschaftslehre > Professur Wirtschaftsinformatik und nachhaltiges IT-Management
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Betriebswirtschaftslehre > Professur Wirtschaftsinformatik und nachhaltiges IT-Management > Professur Wirtschaftsinformatik und nachhaltiges IT-Management - Univ.-Prof. Dr. Gilbert Fridgen
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Betriebswirtschaftslehre > Professur Wirtschaftsinformatik und strategisches IT-Management
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Fachgruppe Betriebswirtschaftslehre > Professur Wirtschaftsinformatik und strategisches IT-Management > Professur Wirtschaftsinformatik und strategisches IT-Management - Univ.-Prof. Dr. Nils Urbach
Forschungseinrichtungen > Institute in Verbindung mit der Universität > Projektgruppe Wirtschaftsinformatik der Fraunhofer FIT
Forschungseinrichtungen > Institute in Verbindung mit der Universität > FIM Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement
Fakultäten
Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Forschungseinrichtungen
Forschungseinrichtungen > Institute in Verbindung mit der Universität
Titel an der UBT entstanden: Ja
Themengebiete aus DDC: 000 Informatik,Informationswissenschaft, allgemeine Werke > 004 Informatik
300 Sozialwissenschaften > 330 Wirtschaft
Eingestellt am: 28 Nov 2018 14:41
Letzte Änderung: 28 Nov 2018 14:41
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/46480