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Tennis-Talentidentifikation in der U9? : Eine retrospektive Betrachtung der ehemaligen U9-Leistungsfähigkeit von heutigen Juniorentennisspielern

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Siener, Maximilian ; Hohmann, Andreas:
Tennis-Talentidentifikation in der U9? : Eine retrospektive Betrachtung der ehemaligen U9-Leistungsfähigkeit von heutigen Juniorentennisspielern.
In: Höner, Oliver ; Wachsmuth, Svenja ; Reinhard, Martin L. ; Schultz, Florian (ed.): Talententwicklung & Coaching im Sport : Abstractband zur 53. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (asp). - Tübingen : Universität Tübingen , 2021 . - p. 150
DOI: https://doi.org/10.15496/publikation-57943

Abstract in another language

Tennis-Talentidentifikation in der U9? Eine retrospektive Betrachtung der ehemaligen U9-Leistungsfähigkeit von heutigen Juniorentennisspielern
Siener, Maximilian; Hohmann, Andreas
Universität Bayreuth, Deutschland
Talentidentifikationskampagnen‒ (TID-Kampagnen) erheben den Anspruch, den zukünftigen Erfolg von Sportlern vorauszusagen (Hohmann & Siener, 2021). Die Suche nach den Topathleten von morgen beginnt dabei bereits, wenn Kinder in eine Sportart eintreten. Für die meisten, später erfolgreichen Tennisspieler (75%) ist dies das Alter von 3‒7 Jahren (Li et al., 2020), weshalb auch TID bereits in der U9 ansetzen (Pion, 2015). Fraglich ist, ob so früh prognostisch valide Aussagen über den zukünftigen Erfolg getroffen werden können.
Die ersten nationalen Leistungserfolge im Tennis zeigen sich mit dem Eintritt in die Jugendrangliste (U12‒U18). Diese (Langzeit-)Studie setzt daher an diesem frühestmöglichen Zeitpunkt an und betrachtet retrospektiv die U9TIDLeistung von heutigen Jugendranglistenspielern. Sollten retrospektive Unterschiede zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Ranglistentennisspielern nicht nachweisbar sein, scheint eine prospektive Talentempfehlung in der U9 nicht sehr valide.
Insgesamt N = 174 Juniorentennisspieler (n♀ = 62 & n♂ = 112) wurden in eine Gruppe von Ranglistenspielern (n = 16 mit einer Platzierung in der nationalen Tennisrangliste) sowie in eine zweite größere Gruppe aus Teilnehmern (n = 158) mit nicht genügend Punkte für einen nationalen Ranglistenplatz unterschieden. Beide Gruppen wurden bereits in der U9 in verschiedenen motorischen Testaufgaben (U9-TID-Leistung) geprüft. Neben der Messung von Körpergröße und -Gewicht wurden die Testaufgaben Rumpfbeuge, 20m-Sprint, Standweit-sprung, Seitliches Hin- & Herspringen, Balancieren, Liegestütz, Bauchaufzüge und 6min-Ausdauerlauf (Bös et al., 2016) sowie ein Ballweitwurf ausgeführt.
Anhand der beiden heutigen Leistungsgruppen wurde retrospektiv die geschlechts- und altersbereinigten (Alter in Monaten) U9-Testergebnisse mithilfe einer MANCOVA, Korrelationsanalyse und logistischen Regression betrachtet.
Die MANCOVA fand keine signifikanten (p ≤ 0,05) Unterschiede zwischen Ranglisten und Nichtranglistennachwuchsspielern im U9-Körpergewicht oder der U9-Körpergröße. Jedoch zeigten sich in fast allen anderen U9-Testergebnissen signifikante Unterschiede zwischen den Leistungsgruppen. Der Ballwurf ist der relevanteste Testparameter (Effektgröße ƞ2 = 0,157), wie Korrelationsanalyse (r = 0,360) und Regressionsanalyse (Exp(B) = 1,637) zeigen. Daneben stechen Standweitsprung und 6min-Ausdauerlauf heraus.
Insgesamt sind die gefundenen Erkenntnisse der U9 vergleichbar mit Ergebnissen aus Leistungsstudien von U11‒U16-Tennisspielern (Fett et al., 2017; Ulbricht et al., 2016). Es ist daher anzunehmen, dass talentspezifische Merkmale über eine gewisse Zeit stabil bleiben (Hohmann et al., 2018) und sich bereits in der U9 später tendenziell leistungsstärkere Sportler abzeichnen. Die Ergebnisse können jedoch die prognostische Validität von TID in der U9 nicht durchweg bestätigen, ist die Aufklärung der Varianz doch nur in geringem Maß gegeben (R2 ≈ 0,40). Zukünftige TID-Prognose könnten daher von weiteren Testaufgaben oder einer ganzheitlichen Talentbewertung (Motivation, etc.) profitieren (Baker et at., 2018).

Further data

Item Type: Article in a book
Refereed: Yes
Keywords: Talent; TID; Tennis; Junioren
Institutions of the University: Faculties > Faculty of Cultural Studies > Department of Sport Science > Chair Sport Science I - Training Science and Kinesiology
Faculties > Faculty of Cultural Studies > Department of Sport Science > Chair Sport Science I - Training Science and Kinesiology > Chair Sport Science I - Training Science and Kinesiology - Univ.-Prof. Dr. Andreas Hohmann
Result of work at the UBT: Yes
DDC Subjects: 300 Social sciences > 310 Statistics
700 Arts and recreation > 790 Sports, games, entertainment
Date Deposited: 19 Jul 2021 07:06
Last Modified: 19 Jul 2021 09:45
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/66571