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Extrem-Wetterereignisse und ihre Folgen : ein neues Experiment zur Auswirkung von Trockenheit, Starkregen und Frostwechseln auf Pflanzengemeinschaften und Ökosystemfunktionen

Titelangaben

Kreyling, Jürgen ; Beierkuhnlein, Carl ; Jentsch, Anke:
Extrem-Wetterereignisse und ihre Folgen : ein neues Experiment zur Auswirkung von Trockenheit, Starkregen und Frostwechseln auf Pflanzengemeinschaften und Ökosystemfunktionen.
In: Korn, Horst (Hrsg.): Biodiversität und Klima : Vernetzung der Akteure in Deutschland IV. - Bonn , 2009 . - S. 49 . - (BfN-Skripten ; 246 )

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Abstract

Die derzeit erwarteten globalen Veränderungen des Klimas werden sich neben Trends in Temperatur und Niederschlag vor allem im Auftreten zeitlich begrenzter, außergewöhnlicher Ereignisse wie Sommerdürren,Frostwechsel und Starkregen bemerkbar machen. Wir nehmen an, dass extreme Wetterereignisse stärkere Effekte haben können als graduelle Verschiebungen klimatischer Mittelwerte, zum Beispiel auf phänologische Rhythmen, Wechselwirkungen zwischen Arten und ökologische Serviceleistungen. Wegen ihrer schweren Vorhersagbarkeit und dem daraus resultierenden Mangel an Wissen über ihre ökologischen Auswirkungen können die Folgen von Extremwetterereignissen weder in Freilandbeobachtungen noch in Modellsimulationen befriedigend untersucht werden. Deshalb wurde an der Universität Bayreuth ein Freilandexperiment mit Grünland- und Heidesystemen angelegt und deren Reaktion auf simulierte Extremereignisse von 100-jähriger Wiederkehrzeit gemessen. Daten aus dem EVENT-Experiment belegen, dass sowohl Dürre- als auch Starkregenereignisse zwar die oberirdische Produktivität einzelner Arten verändern, sie beeinflussten die Gesamtbiomasseproduktion von Pflanzengemeinschaften aber kaum. Allerdings zeigten Absterberaten deutlich erhöhten Stress durch die manipulierten Wetterereignisse. In den Grünlandsystemen wurden diese Reaktionen durch erhöhte Diversität abgeschwächt, in den Zwergstrauchheiden wurde allerdings genau das Gegenteil gefunden. Darüber hinaus wurde der Blühzeitraum von Gräsern, Kräutern und Zwergsträuchern durch Dürreereignisseum vier Tage verlängert, jedoch durch Starkregenereignisse um 4 Tage verkürzt. Außerdem konnte im EVENT-Experiment erstmals gezeigt werden, dass das Frostwechselregime des vorhergegangenen Winters für temperate Grünlandbestände nicht nur kurzfristige Veränderungen im Nährstoffangebot zur Schneeschmelze bewirkt, sondern dass es auch das Pflanzenwachstum nachhaltig beeinflusst, z.B. Erhöhung der Produktivität um 10% nach zusätzlichen Boden-Frostwechselzyklen im vorhergegangenen Winter. Gleichzeitig stieg allerdings das Verhältnis oberirdischer zu unterirdischer Biomasse deutlich an, was die Anfälligkeit der Bestände gegenüber anderen Wetterereignissen, wie z.B. Dürre oder Spätfrost, verstärken könnte. Extreme Wettereignisse haben also deutliche Auswirkungen auf verschiedene Ökosystemparameter weit über die kurze Dauer ihres Auftretens hinaus, auch wenn sie nicht in einer Stärke auftreten, die zu sofortigen Schäden in der oberirdischen Biomasse führt. Darüber hinaus beeinflussen pflanzliche Interaktionen die Wirkung von extremen Wetterereignissen. In unserem Experiment fand sich kein allgemein abpuffernder Effekt durch erhöhte Diversität in den realisierten, niedrigen Diversitätsstufen. Weiterführende Informationen und Literatur unter: http://www.uni-bayreuth.de/departments/biogeo/event

Weitere Angaben

Publikationsform: Aufsatz in einem Buch
Begutachteter Beitrag: Nein
Zusätzliche Informationen: BAYCEER68968
Institutionen der Universität: Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften > Fachgruppe Geowissenschaften > Lehrstuhl Biogeographie
Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften > Fachgruppe Geowissenschaften > Lehrstuhl Biogeographie > Lehrstuhl Biogeographie - Univ.-Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein
Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften > Fachgruppe Geowissenschaften > Professur Störungsökologie und Vegetationsdynamik
Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften > Fachgruppe Geowissenschaften > Professur Störungsökologie und Vegetationsdynamik > Professur Störungsökologie und Vegetationsdynamik - Univ.-Prof. Dr. Anke Jentsch
Forschungseinrichtungen > Forschungszentren > Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung - BayCEER
Fakultäten
Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften
Fakultäten > Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften > Fachgruppe Geowissenschaften
Forschungseinrichtungen
Forschungseinrichtungen > Forschungszentren
Titel an der UBT entstanden: Ja
Themengebiete aus DDC: 500 Naturwissenschaften und Mathematik
Eingestellt am: 05 Jun 2015 06:18
Letzte Änderung: 05 Jun 2015 06:18
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/14716