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Möglichkeiten und Grenzen einer Zusammenarbeit mit Heilpraktikern aus ärztlicher Sicht

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Thanner, Mirjam ; Nagel, Eckhard ; Loss, Julika:
Möglichkeiten und Grenzen einer Zusammenarbeit mit Heilpraktikern aus ärztlicher Sicht.
In: Forschende Komplementärmedizin. Vol. 20 (2013) Issue 1 . - pp. 23-32.
ISSN 1661-4119
DOI: https://doi.org/10.1159/000346608

Abstract in another language

Hintergrund: Deutschland weist gegenüber zahlreichen anderen Staaten die Besonderheit auf, dass neben Ärzten auch Heilpraktiker eine staatliche Zulassung zur Ausübung der Heilkunde erlangen können. Das Verhältnis der beiden Berufsgruppen zueinander gilt als schwierig – unabhängig von berufsrechtlichen Hindernissen. Ziel der Untersuchung war es zu klären, inwieweit bei niedergelassenen Ärzten eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Heilpraktikern besteht. Gleichzeitig sollten Bedingungen, Chancen sowie Hindernisse einer Kooperation aufgezeigt werden.

Methoden: Um die ärztliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Heilpraktikern zu evaluieren, wurden mit 15 niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten semi-strukturierte Interviews geführt. Die Fragen thematisierten Bedingungen, Chancen sowie Barrieren einer Kooperation. Im Anschluss wurden die Interviews wörtlich transkribiert und mithilfe der thematischen Inhaltsanalyse ausgewertet.

Ergebnisse: Einer Zusammenarbeit gegenüber aufgeschlossene Ärzte sehen Heilpraktiker als ergänzende Therapeuten bei leichteren oder psychisch beeinflussten Erkrankungen. Dafür bestehen allerdings klare Bedingungen: Heilpraktiker müssten die Grenzen ihrer Behandlungsfähigkeit erkennen. Voraussetzungen seien auch transparente Regelungen der Kostenerstattung durch Krankenkassen, insbesondere dürften ärztliche Leistungen im Bereich der Komplementär- und Alternativmedizin nicht diskriminiert werden. Neben dem mangelnden Vertrauen der befragten Ärzte in die Heilpraktikerausbildung erweist es sich als hinderlich, wenn Heilpraktiker störend auf die bestehende Arzt-Patienten-Beziehung einwirken bzw. den Abbruch einer schulmedizinischen Therapie veranlassen. Gleichzeitig wird die bestehende Patientenversorgung bereits als zu komplex für eine Kooperation eingeschätzt.

Schlussfolgerungen: Um zu reproduzierbaren Ergebnissen zu gelangen, sind Untersuchungen mit quantitativem Forschungsdesign nötig. Auch sollte geklärt werden, inwieweit aus Sicht der Heilpraktiker eine Zusammenarbeit mit Ärzten wünschenswert ist. Der Abbau von Kommunikationsbarrieren ist nötig, damit Patienten offen mit ihrem Arzt über Heilpraktiker besuche sprechen können. Das Wissen über Unterschiede in Ausbildung und Zulassung zum Arzt oder Heilpraktiker ist Grundvoraussetzung für eine informierte Entscheidung der Patienten.

Abstract in another language

Background: In Germany, not only physicians are allowed to practice medicine but also non-medically trained practitioners, so-called Heilpraktiker, can obtain a licensure to treat patients. In contrast to cooperation between doctors, a division of tasks and responsibilities between non-medically trained practitioners and physicians seems to be difficult. The aim of thestudy was to clarify to what extent doctors in private practice are willing to cooperate with non-medically trained practitioners. At the same time,conditions, opportunities, and obstacles of cooperationare described.

Methods: In order to evaluate the willingness to collaborate with non-medically trained practitioners, semi-structured interviews were conducted with 15 physicians and 2 dentists in an outpatient setting. The interviews further focused on conditions, advantages, and obstacles to cooperation. The interviews were transcribed literally and analyzed using qualitative content analysis.

Results: The interviews showed that physicians partly are willing to cooperate with non-medically trained practitioners, but there were strict conditions and also some serious obstacles to cooperation. Doctors who are open-minded about collaboration consider non-medically trained practitioners as additional therapists for minor ailments. Non-medically trained practitioners would have to respect their limitations, and health insurances should launch transparent contracts for remuneration and reimbursement. Physicians showed low confidence in training programs for Heilpraktiker. Additionally, it was thought to be harmful when non-medically trained practitioners interfere with the physician-patient relationship and try to interrupt conventional treatment or medication.

Conclusions: Quantitative research is necessary to quantify data and generalize results from the sample to the population of physicians. Further, the willingness of non-medically trained practitioners to collaborate with physicians should be evaluated. Physicians should try to reduce communication obstacles so that patients can speak frankly about consultations of non-medically trained practitioners.

Further data

Item Type: Article in a journal
Refereed: Yes
Keywords: Heilpraktiker; Kooperation; Komplementär- und Alternativmedizin
Institutions of the University: Faculties > Faculty of Law, Business and Economics > Chair Healthcare Management and Health Sciences > Chair Healthcare Management and Health Sciences - Univ.-Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Eckhard Nagel
Result of work at the UBT: Yes
DDC Subjects: 600 Technology, medicine, applied sciences > 610 Medicine and health
Date Deposited: 11 May 2020 09:04
Last Modified: 11 May 2020 09:04
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/54377