Titelangaben
Weber, David ; Emmert, Martin ; Burkard, Michael:
Kriterien für die Krankenhauswahl bei Krebspatienten : eine qualitative Untersuchung.
2025
Veranstaltung: 17. dggö Jahrestagung 2025
, 24.-25.03.2025
, Paderborn.
(Veranstaltungsbeitrag: Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung
,
Vortrag
)
Angaben zu Projekten
Projektfinanzierung: |
Andere |
---|
Abstract
Einleitung: Jährlich erhalten etwa 500.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs und ungefähr 1,44 Millionen Krebspatienten werden stationär in Kliniken behandelt. Gesundheitspolitisch wird die freie Krankenhauswahl der Patienten durch die öffentliche Qualitätsberichterstattung gefördert. Diese Angebote werden jedoch selten genutzt, was darauf hindeutet, dass die bereitgestellten Informationen nicht den tatsächlichen Bedürfnissen und Präferenzen der Patienten entsprechen. Bisherige Studien zur Krankenhauswahl fokussieren oft auf elektive Eingriffe oder einzelne Krebsarten und stammen meist aus dem Ausland, was ihre Übertragbarkeit auf Deutschland einschränkt. Eine umfassende Analyse der Krankenhauswahlkriterien von Krebspatienten im Allgemeinen fehlt bisher. Vor diesem Hintergrund zielt diese Studie darauf ab, zu untersuchen, welche Kriterien für Krebspatienten bei der Auswahl ihres Krankenhauses am relevantesten sind. Da die psychologische Forschung zeigt, dass Präferenzen keine feste Größe sind, soll zudem untersucht werden, ob sich die Bedeutung dieser Kriterien durch die eigene Krankenhauserfahrung der Patienten im Zeitverlauf verändert.
Methodik: Einführend wurde eine systematische Literaturrecherche in Medline (via PubMed) durchgeführt, um den aktuellen Forschungsstand zu erfassen und relevante Kriterien für die Krankenhauswahl zu identifizieren. Aufbauend darauf wurden 15 Krebspatienten mittels einer quantitativen Vorabbefragung und anschließender leitfadengestützter Interviews bezüglich der Bedeutung dieser Kriterien befragt. Die Ergebnisse aus der Literaturrecherche und der Patientenbefragung wurden anschließend zusammengeführt, um die Gesamtbedeutung der Kriterien zu ermitteln.
Ergebnisse: Im Rahmen der systematischen Literaturrecherche wurden 4.470 Studien gesichtet, von denen 20 die Einschlusskriterien erfüllten. Dabei konnten 56 Kriterien für die Krankenhauswahl identifiziert werden, wovon die 20 relevantesten in die Patientenbefragung einflossen. Insgesamt wurde für die Empfehlung des Arztes die höchste Bedeutung ermittelt. Dahinter folgen die Wartezeit, das Behandlungsvolumen, die Distanz zum Krankenhaus und die Kommunikation des Arztes. Platz sechs teilen sich die Gesamtqualität der Behandlung und die Qualifikation des Arztes. Platz acht belegt die eigene Vorerfahrung. Die eigene Krankenhauserfahrung hatte nur einen geringen Einfluss auf die Veränderung von Präferenzen; insgesamt zeigten 16 von 20 Kriterien eine leichte Zunahme in ihrer Bedeutung.
Schlussfolgerung: Krebspatienten zeigen ein Interesse an Informationen zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität von Krankenhäusern. Die Wahl des Krankenhauses erfolgt patientenseitig eher auf sozialer Basis als durch einen rationalen Entscheidungsprozess, wobei persönliche Gespräche mit dem niedergelassenen Arzt eine entscheidende Rolle spielen.
Weitere Angaben
Publikationsform: | Veranstaltungsbeitrag (Vortrag) |
---|---|
Begutachteter Beitrag: | Nein |
Institutionen der Universität: | Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Medizinmanagement und Versorgungsforschung Fakultäten > Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät > Professur Qualitätsmanagement, Gesundheitsökonomie und Präferenzforschung in der Onkologie > Professur Qualitätsmanagement, Gesundheitsökonomie und Präferenzforschung in der Onkologie - Univ.-Prof. Dr. Martin Emmert |
Titel an der UBT entstanden: | Ja |
Themengebiete aus DDC: | 600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften > 610 Medizin und Gesundheit |
Eingestellt am: | 03 Apr 2025 08:02 |
Letzte Änderung: | 03 Apr 2025 08:02 |
URI: | https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/93103 |