Titelangaben
Lautenschlager, Jonathan:
Designing and Managing Decentralized Systems : Coping with Adoption
Dynamics for Practical Diffusion.
Bayreuth
,
2025
. - VI, 90 S.
(
Dissertation,
2025
, Universität Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät)
DOI: https://doi.org/10.15495/EPub_UBT_00008529
Abstract
Emerging decentralized information systems challenge conventional
assumptions about data control, trust, and governance. Rooted in
technologies such as blockchain and self-sovereign identity (SSI), they
promise increased autonomy, privacy, and interoperability, but also face
significant adoption hurdles. This cumulative dissertation investigates how
organizations can design and manage such decentralized information
systems to cope with adoption dynamics and facilitate their practical
diffusion. It comprises seven essays, structured around three overarching
research goals. In Essays 1–2, I explore the foundational tensions of
transparency and control in decentralized systems (RG1), outlining how
blockchain-based infrastructures and digital identity wallets confront data
governance, privacy, and institutional legitimacy. Essays 3–4 ad-dress the
challenges of implementing and designing decentralized architectures in
multi-stakeholder ecosystems (RG2), focusing on digital identity in
mobility, supply chain management, and public services. These essays
identify design principles and governance mechanisms to navigate
coopetition, enable interoperability, and manage sensitive data. Finally,
Essays 5–7 investigate the conditions under which emerging decentralized technologies - specifically SSI and Central Bank Digital Currencies (CBDCs) -
can deliver value to public and private actors (RG3), highlighting
organizational affordances, experimental innovation processes and
ecosystem-level value propositions.
The dissertation is structured in two main parts. In the first part, I
introduce the relevance of decentralized systems, outline conceptual and
technological foundations, de-rive research gaps and questions, explain
the applied research methods, synthesize the core findings of the seven
essays, and discuss their theoretical, practical and artefactual
contributions, limitations, and implications for future research. The second
part comprises the seven individual essays. Collectively, this dissertation
contributes to information systems research by offering a nuanced sociotechnical
understanding of de-centralization and by providing actionable
guidance for designing and managing de-centralized information systems
in practice.
Abstract in weiterer Sprache
Aufkommende dezentrale Informationssysteme stellen herkömmliche
Annahmen über Datenkontrolle, Vertrauen und Governance infrage.
Basierend auf Technologien wie Blockchain und selbstbestimmter
Identitäten (SSI) versprechen diese mehr Autonomie, Datenschutz und
Interoperabilität, stehen jedoch auch vor erheblichen Hürden bei der
Einführung. Diese kumulative Dissertation untersucht, wie Organisationen
solche dezentralen Informationssysteme gestalten und verwalten können,
um mit der Dynamik der Einführung umzugehen und deren praktische
Verbreitung zu erleichtern. Die Dissertation umfasst sieben Aufsätze, die
sich um drei übergeordnete Forschungsziele strukturieren. In den
Aufsätzen 1–2 untersuche ich die grundlegenden Spannungen zwischen
Transparenz und Kontrolle in dezentralen Systemen (RG1) und skizziere,
wie Blockchain-basierte Infrastrukturen und digitale Identitätswallets mit
Daten-Governance, Datenschutz und institutioneller Legitimität
konfrontiert sind. Die Aufsätze 3–4 befassen sich mit den
Herausforderungen der Implementierung und Gestaltung dezentraler
Architekturen in Multi-Stakeholder-Ökosystemen (RG2) und konzentrieren
sich dabei auf digitale Identitäten in den Bereichen Mobilität,
Lieferkettenmanagement und öffentliche Dienste. Diese Essays
identifizieren Gestaltungsprinzipien und Governance-Mechanismen, um
Kooperenz zu steuern, Interoperabilität zu ermöglichen und sensible Daten
zu verwalten. Schließlich untersuchen die Essays 5–7 die Bedingungen,
unter denen neue dezentrale Technologien – insbesondere SSI und digitale
Zentralbankwährungen (CBDCs) – einen Mehrwert für öffentliche und
private Akteure liefern können (RG3), wobei organisatorische
Möglichkeiten, experimentelle Innovationsprozesse und Wertversprechen
auf Ökosystemebene hervorgehoben werden.
Die Dissertation ist in zwei Hauptteile gegliedert. Im ersten Teil stelle ich
die Relevanz dezentraler Systeme vor, skizziere konzeptionelle und
technologische Grundlagen, leite Forschungslücken und -fragen ab,
erläutere die angewandten Forschungsmethoden, fasse die wichtigsten
Ergebnisse der sieben Aufsätze zusammen und diskutiere ihre
theoretischen, praktischen und architektonischen Beiträge, Grenzen und
Implikationen für die zukünftige Forschung. Der zweite Teil umfasst die
sieben einzelnen Aufsätze. Insgesamt leistet diese Dissertation einen
Beitrag zur Informationssystemforschung, indem sie ein differenziertes
soziotechnisches Verständnis von Dezentralisierung vermittelt und umsetzbare Leitlinien für die Gestaltung und Verwaltung dezentralisierter
Informationssysteme in der Praxis liefert.