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"It was a very interesting model of transmission“ – Wissenstransfer in Süd-Süd-Kooperationen am Beispiel indo-afrikanischer Wissensnetzwerke von Bildungsexperten

Titelangaben

Vollmer, Maria Theresa:
"It was a very interesting model of transmission“ – Wissenstransfer in Süd-Süd-Kooperationen am Beispiel indo-afrikanischer Wissensnetzwerke von Bildungsexperten.
2026
Veranstaltung: DGNet26 - Verbundene Welten: Wie Netzwerke Forschung, Gesellschaft und Demokratie prägen, 11. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Netzwerkforschung, Schader-Stiftung Darmstadt , 22.-23.10.26 , Darmstadt, Deutschland.
(Veranstaltungsbeitrag: Kongress/Konferenz/Symposium/Tagung , Vortrag )

Abstract

Die indische Organisation Pratham entwickelt Anfang der 2000er den Schulleistungstest „ASER“, der die Basisfähigkeiten von Grundschülern in deren eigenem zuhause unter Beteiligung von Laien testet. Dieses Konzept wird in verschiedene Kontexte des globalen Südens verbreitet. Im ostafrikanischen Raum heißt das Konzept „UWEZO“. Ostafrika und Indien sind geografisch durch den indischen Ozean verbunden. Sie sind geschichtlich und kulturell vernetzt, zum Beispiel durch die Erfahrung des Kolonialismus. Im Fokus dieses Beitrags sind Wissensnetzwerke zwischen afrikanischen und indischen Bildungsexperten. Diese Netzwerke setzen sich aus Bildungsforschern, Praktikern, materiellen und ideellen Akteuren zusammen, wie das ASER-Konzept, die Testkarten, Jahresberichte, die Büros und Internetpräsenzen der Organisationen und weitere mehr. Das ASER-Konzept wird über Kontinente hinweg transferiert, ohne Vermittlung oder Einfluss einer (westlichen) internationalen Organisation. Wie reiste das ASER-Konzept von Indien nach Ostafrika und was passierte dort mit dem Konzept? Was macht das ASER-Konzept anschlussfähig? Welchen Einfluss hat es auf die Gesellschaft in Indien und in Ostafrika? Dieser Beitrag stellt ein „work-in-progress“-Projekt vor, welches in der Netzwerktheorie Harrison Whites (2008) verortet ist und mit den Begriffen der „stories“ und des „struggling for controls“ arbeitet. Der Beitrag basiert auf Literatur- und Internetrecherche und auf Interviews mit Bildungsexperten aus Forschungsaufenthalten in Indien und Ostafrika, welche mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Experten aus beiden Kontexten erzählen die Geschichte eines selbstbestimmten Wissenstransfers und betonen die Sachdienlichkeit des ASER-Konzepts und dessen Modifizierbarkeit auf die jeweiligen Kontexte. Das Testkonzept wird als ermächtigend erlebt, zum Beispiel als Kontrollmoment zur nationalen Bildungspolitik und als Werkzeug, marginalisierten Gruppen eine Stimme zu verleihen. Aus dem UWEZO-Netzwerk der Länder Uganda, Kenia und Tansania entstanden weitere Netzwerke von Bildungsexperten. Das Augenmerk auf Phänomene des Wissenstransfers in Süd-Süd-Relationen zu richten, erweitert das Wissen über die globale Verbreitung von Konzepten und stellt der prominenten Geschichte der Wissensvermittlung als Einbahnstraße zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden, eine andere Geschichte gegenüber.

Weitere Angaben

Publikationsform: Veranstaltungsbeitrag (Vortrag)
Begutachteter Beitrag: Ja
Keywords: Netzwerkforschung; Wissenstransfer in Süd-Süd-Kooperationen; Schulleistungstests; Indien; Ostafrika
Institutionen der Universität: Fakultäten > Kulturwissenschaftliche Fakultät > Lehrstuhl Allgemeine Erziehungswissenschaft > Lehrstuhl Allgemeine Erziehungswissenschaft - Univ.-Prof. Dr. Iris Clemens
Titel an der UBT entstanden: Ja
Themengebiete aus DDC: 300 Sozialwissenschaften > 370 Bildung und Erziehung
Eingestellt am: 06 Nov 2026 11:20
Letzte Änderung: 06 Nov 2026 11:20
URI: https://eref.uni-bayreuth.de/id/eprint/100088